Alisha Stöcklin
Doktorandin
Doktorandin

Alisha Stöcklin

Philosophisch-Historische Fakultät

eikones – Zentrum für die Theorie und Geschichte des Bildes

Doktorandin

Rheinsprung 9/11
4051 Basel
Schweiz

Tel. +41 61 207 18 46
alisha.stoecklin@unibas.ch


Philosophisch-Historische Fakultät

Doktorandin

alisha.stoecklin@unibas.ch

Curriculum Vitae

Alisha Stöcklin hat Deutsche Philologie (BA) bzw. Deutsche Literaturwissenschaft (MA) und Philosophie an der Universität Basel studiert und mit einer Arbeit zum Verhältnis von Kunst und Wahrheit in Theodor W. Adornos Ästhetischer Theorie abgeschlossen (Max-Fäh-Preis 2018).  Von 2015–2018 war sie Hilfsassistentin am Philosophischen Seminar (Lehrstuhl für Geschichte der Philosophie bei Prof. Dr. Gunnar Hindrichs). Sie realisiert zudem regelmässig Projekte im Bereich Lyrikvermittlung: 2012 rief sie den Tag der Poesie wieder ins Leben, den sie seitdem jährlich durchführt und seit 2014 betreibt sie das Basler Poesietelefon. Sie ist ausserdem Teil der Gruppe, die das Internationale Lyrikfestival kuratiert und den Basler Lyrikpreis vergibt. Seit 2018 arbeitet sie als Mitglied der eikones graduate school an ihrem Promotionsprojekt.

Aktuelles Projekt

»Was zu dir stand | an jedem der Ufer, | es tritt | gemäht in ein anderes Bild.«
(Paul Celan, »Stimmen«, Sprachgitter)

Bildlichkeit und Negativität in der Lyrik der Gegenwart

Das primäre Interesse des Projekts richtet sich auf die (vorwiegend deutschsprachige) Lyrik von 1945 bis heute und den an ihr zu beschreibenden Zusammenhang von Bildlichkeit, Negativität und Subjektivität. Im Zentrum steht die These, dass sich Bildlichkeit in der Dichtung der Moderne zunehmend alsNegativität formiert.

Die Geschichte der Kunst überhaupt und auch die Entwicklung der modernen Lyrik ist gezeichnet von Auseinandersetzungen mit Möglichkeiten und Beschränkungen der Form.
Negativität lässt sich im Anschluss daran strukturell verstehen als Reflexionskategorie, als Bewegung der Sache und des Gedankens: Sprengungen traditioneller Schemata, des abgeschlossenen Werkcharakters und klassischer Genregrenzen führen zu einer Steigerung der Reflexivitätsmomente, indem die ästhetischen Gebilde nur umso mehr in sich selbst kreisen, desto weniger sie sich der Dialektik von Form und Inhalt zu entziehen vermögen. Anhand der verschiedenen Weisen des Selbstbezugs, die sich textimmanent, sowie auf einer produktions- und auf einer rezeptionsästhetischen Ebene beschreiben lassen, kann sichtbar gemacht werden, wie sich moderne Subjektivität auf dem Boden der Negativität (nicht zuletzt auch einer inhaltlichen – einer konstitutiven und existentiellen des Weltbezugs) selbst darstellt und zu erfassen sucht und wie sich dieser Komplex zusammenschliesst mit der Modalität des Bildes: Weil der poetischen Sprache aus sich selbst heraus eine Dimension von Bildlichkeit eignet, indem sie ihre Funktionen und ihre Materialität thematisch werden lässt und damit exponiert, ist Selbstreferentialität einer der primären Anschlusspunkte für eine Strukturanalyse der Gegenwartslyrik und ihres partikularen Umgangs mit Bildern.

Zu den zentralen methodologischen Anliegen dieses Projekts gehört die Untersuchung der Frage, ob und wie bildtheoretische Ansätze für das Verständnis zeitgenössischer Lyrik fruchtbar gemacht werden können; die Auswertung und Systematisierung verschiedener Zugänge zur Beantwortung dieser Frage; die Entwicklung eines explizit bildtheoretischen Beschreibungsvokabulars in Bezug auf die Deutung poetischer Sprachbilder sowie die umfassende Analyse der Gegenwartslyrik hinsichtlich ihres Umgangs mit Bildern, die eine konzeptuelle Bearbeitung von Bild und Negativität und eine Beschreibung der epistemologischen Funktionalität dieser Beziehung beinhaltet.

Die Sprachbilder Paul Celans waren in ihrer Hermetik und Originalität von diskursbegründender Kraft. Ausgehend von seinem Werk wird in dieser Arbeit ein Begriff (der Negativität) moderner poetischer Bildlichkeit entwickelt.