Martin Danneck
Doktorand
Doktorand

Martin Danneck

Philosophisch-Historische Fakultät

eikones – Zentrum für die Theorie und Geschichte des Bildes

Doktorand

Rheinsprung 9/11
4051 Basel
Schweiz

Tel. +41 61 207 18 56
martin.danneck@unibas.ch


Philosophisch-Historische Fakultät

Doktorand

Rheinsprung 9/11
4051 Basel
Schweiz

Tel. +41 61 207 18 56
martin.danneck@unibas.ch

Curriculum Vitae

Martin Danneck hat an den Universitäten Freiburg, Basel und Cambridge (UK) Klavier, Germanistik, Musik- und Vergleichende Literaturwissenschaft studiert. Seit September 2016 ist er Mitglied der eikones Graduate School.

Publikationen

Danneck, M. (2017) «Johann Gottfried Herders Forderung einer Berücksichtigung der musikalischen Aspekte von Sprache in Wissenschaftstexten», German Life and Letters. Basil Blackwell, 70(4), S. 456-465.   edoc
Danneck, M. (2015) «Embodied Cognition and the Goethezeit». Humanities and Social Sciences online. Verfügbar unter: https://h-net.msu.edu/cgi-bin/logbrowse.pl?trx=vx&list=H-Germanistik&month=1512&week=a&msg=b04KIZYkOOYzwL1bVk5k0Q&user=&pw=.   
Danneck, M. L. (2014) «Neue Musik und Bedeutung heute – gehaltsästhetische Analyse am Beispiel des Stücks Lotófagos I (2006) von Beat Furrer», in Willimann, J. (Hrsg.) Werkstatttexte zur Neuen Musik. Hildesheim: Olms (Schriften der Hochschule für Musik Freiburg), S. 235-316.   edoc

Aktuelles Projekt

Unmittelbarkeit und Resonanz. Zur Deklamationsbewegung um 1800

Das Projekt untersucht die deutschsprachige Deklamationsbewegung um 1800 als kulturelle Praxis der Unmittelbarkeit. Ausgehend von dem Befund, dass die ästhetische Kategorie der Unmittelbarkeit im späten 18. Jahrhunderts zu einem Motor für kulturelle und künstlerische Praktiken wird, interessiert sich das vorliegende Projekt nicht nur für die vielfältigen Formen und Techniken der Deklamationspraxis, Unmittelbarkeit herzustellen, sondern insbesondere auch für die ästhetischen, medien- und sprachtheoretischen Konzepte, die im Umfeld dieser Praxis entstehen. Insbesondere Theorien der Intersubjektivität, die auf das akustische Phänomen der Resonanz zurückgreifen, ermöglicht es den Deklamatoren, mündliche Kommunikation als unmittelbaren Austausch der Seelen zu begreifen. Wie sich zeigt, sind Theoriebildung und Praxis dabei eng aufeinander bezogen.

Diese kulturhistorische Analyse des Theorie-Praxis-Nexus in der Deklamationsbewegung wird mit einem wissenshistorischen Ansatz verbunden, der es möglich macht, Praxis und Theoriebildung der Deklamation als Produktion und Vermittlung von Wissen über das Auditive der Sprache zu verstehen. In diesem Zusammenhang wird die Deklamationsbewegung als Epistemologie des Auditiven interpretiert. Darunter werden Erscheinungsformen des Wissens verstanden, die auf das Auditive Bezug nehmen und es zugleich zur Grundlage der eigenen Wissensvermittlung machen.

Epistemologien des Auditiven wie die Deklamationsbewegung erweisen sich dabei immer wieder als unauflöslich mit dem Visuellen verbunden: Bilder und bild-affine Phänomene bringen die ephemeren und performativen Erscheinungsformen des auditiven Wissens zur Anschauung und machen sie auf diese Weise erst diskursfähig.

Autoren wie der Privatgelehrte Josias Ludwig Gosch, der unter Rückgriff auf das Resonanzmodell die oral-aurale Wissensvermittlung „von einer Seele zu der andern“ propagiert, verweisen dabei außerdem auf das (volks-)pädagogische Potential, das mit der Idee einer unmittelbaren Kommunikation verbunden ist. In diesem Zusammenhang werden Versuche der Deklamationsbewegung untersucht, das Sprechen ästhetisch zu normieren und auf diese Weise zu einem Vehikel bürgerlicher Identitätsbildung zu machen.

Johann Heinrich Tischbein d.Ä. (1722-1789): Die Vorlesung oder Das Bild der Teone. Für Klopstocks Lesegesellschaft 1773 gemalt.

Johann Heinrich Tischbein d.Ä. (1722-1789): Die Vorlesung oder Das Bild der Teone. Für Klopstocks Lesegesellschaft 1773 gemalt.