David Misteli
Doktorand
Doktorand
David Misteli
Philosophisch-Historische Fakultät
eikones – Zentrum für die Theorie und Geschichte des Bildes

Doktorand

david.misteli@clutterunibas.ch


Philosophisch-Historische Fakultät

Doktorand

david.misteli@clutterunibas.ch

David Misteli ist Abschlussstipendiat der Freiwilligen Akademischen Gesellschaft Basel. Zuvor Studium der Kunstgeschichte, Geschichte und Bildtheorie an der Universität Basel mit Auslandsemestern in Berlin und Glasgow. 2015–2020 Assistent für Neuere Kunstgeschichte am Kunsthistorischen Seminar der Universität Basel. 2017–2019 Doc.Mobility-Stipendiat des Schweizerischen Nationalfonds (SNF) am Deutschen Forum für Kunstgeschichte Paris und an der University of Pennsylvania, Philadelphia. Nebenher tätig als Autor und Kunstkritiker zu Positionen und Ausstellungen zeitgenössischer Kunst.

Misteli, D. (2021) “Expressive Präzision”, in Krajewski, M., von Schöning, A., and Wimmer, M. (eds.) Enzyklopädie der Genauigkeit. Göttingen: Konstanz University Press, pp. 122–133.
Misteli, D. (2019) “Helmut Federle at Kunstmuseum Basel”, Artforum International Magazine. Fulco Inc, 58(2), pp. 235–236. Available at: https://www.artforum.com/print/reviews/201908/helmut-federle-80887.   edoc
Misteli, D. (2019) “Knut Ivar Aaser at Felix Gaudlitz”, Artforum International . Artforum International Magazine, 57(8), p. 208. Available at: https://www.artforum.com/print/reviews/201904/knut-ivar-aaser-79090.   edoc

Ausdruck und Medialität in der Malerei Van Goghs

Während Maler wie Gustave Courbet, Édouard Manet, Georges Seurat und Paul Cézanne als wichtige Modernisten gelten, deren Werk als reflexiv auf ihr Umfeld, die Geschichte und die historischen Bedingungen der Malerei im 19. Jahrhundert interpretiert wird, fehlt für Vincent van Gogh eine vergleichbare Forschung. Als hätte Van Goghs weltweite Popularität und die Bannkraft seines Mythos den kritischen Blick auf sein Werk verstellt, wird seine Bedeutung ausserhalb seiner Zeit, in der Zukunft der modernen Malerei verortet, die sich auf ihn als Vaterfigur beruft und für die er eine ungemeine Wirkmacht entfaltete. Den Preis zahlt eine Sichtweise auf Van Gogh, von der wir etwas über die Herausforderungen und Probleme der Avantgardemalerei im 19. Jahrhundert lernen können.

Anhand einer umfangreichen Erforschung neuer Kontexte, die bisher nicht mit Van Goghs Malerei in Zusammenhang gesetzt wurden, untersucht die Dissertation die malerei- und mediengeschichtlichen Voraussetzungen für sein bis heute rätselhaftes Werk. Die zentrale künstlerische Herausforderung, die meine Dissertation in Van Goghs Malerei rekonstruiert und reflektiert sieht, ist der zunehmende Druck ab der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts für Maler*innen sich auf überzeugende Art und Weise in Gemälden ausdrücken zu können. In der Quadratur von Künstler, künstlerischem Medium, Darstellungsmotiv und Betrachter erschien es immer schwerer, Gemälde als authentischen Ausdruck eines Künstlers zu verstehen. Die Dissertation legt innovative Interpretationen von drei wenig erforschten Werkgruppen im Œuvre Van Goghs vor, die aus unterschiedlichen Perspektiven das Verhältnis von Ausdruck und Medialität in den Blick nehmen, und Van Goghs Malerei grundlegend neu in der Avantgardemalerei des 19. Jahrhunderts positionieren.

Vincent van Gogh, Montmartre, hinter dem Moulin de la Galette (F316/JH1246), Juli 1887, Öl auf Leinwand, 81 x 100 cm, Amsterdam, Van Gogh Museum.

Vincent van Gogh, Montmartre, hinter dem Moulin de la Galette (F316/JH1246), Juli 1887, Öl auf Leinwand, 81 x 100 cm, Amsterdam, Van Gogh Museum.