Assistentin / Doktorandin
Kunsthistorisches Seminar
St. Alban-Graben 8
4051 Basel
Schweiz
Antonia Kölbl (sie/ihr) studierte Kunst- und Bildgeschichte und Amerikanistik an der Humboldt-Universität zu Berlin, am Bard College in Annandale-on-Hudson und an der Concordia University in Tiohtià:ke/Montreal. Als studentische Hilfskraft arbeitete sie für Prof. Dr. Kai Kappel (Humboldt-Universität zu Berlin) und Prof. Dr. Barbara Wittmann (Universität der Künste Berlin). Nach ihrem Bachelorabschluss 2017 absolvierte sie ein Kommunikationsvolontariat in der Kulturstiftung der Länder, Berlin. Ihr Masterstudium schloss sie mit einer ausstellungshistorischen Arbeit zur deutsch-deutschen Rezeption J. M. W. Turners ab. Von 2022 bis 2025 arbeitet sie in der Redaktion von Texte zur Kunst, die sie zuletzt leitete. Seit 2026 promoviert sie im SNF-Projekt „Modern Painting and the Lesbian Gaze: Queer Women Artists in Europe, 1900–1950“ und ist Mitglied bei eikones.
Im Werk der Pariser Malerin Émilie Charmys (1878–1974) und in angrenzenden Überlieferungen finden sich zahlreiche Hinweise auf Begehren und Begegnungen, die sich mit normativen Vorstellungen von Gender und Sexualität nur unzulänglich beschreiben lassen. Entsprechend erarbeitet diese Dissertation mit den Methoden feministischer und queerer Kunstgeschichte eine Neubetrachtung, die sich auf drei Werkgruppen fokussiert: Frauenakte, -porträts und Stillleben. Zur Bestimmung der Möglichkeiten malerischer Sichtbarmachungen jener Genderperformances und Sexualitäten, die ab dem späten 19. Jahrhundert durch medizinische und psychologische Diskurse als deviant typologisiert wurden, rekonstruiert die Arbeit das historische Umfeld der Malerin. Dazu zählen neben persönlichen Beziehungen und kunstkritischen Debatten insbesondere die sich mitunter überschneidenden Felder der Literatur und der sich konsolidierenden Sexualwissenschaft. Darüber hinaus bezieht der intersektionale Forschungsansatz mit ein, auf welche Weisen Klasse als Machtstruktur Charmys Subjektposition prägte und ihre Malerei als Ware formte. Vor diesem Hintergrund sollen in Bildanalysen die Momente hervorgebracht werden, in denen Charmys Malerei von der historisch situierten ‚straight line‘ (Sara Ahmed) heteronormativer Ausdrucksformen abweichen.
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