PD Dr. Janina Wellmann
NOMIS-Fellow
Philosophisch-Historische Fakultät
eikones – Zentrum für die Theorie und Geschichte des Bildes

NOMIS-Fellow

Rheinsprung 9/11
4051 Basel
Schweiz

Tel. +41 61 207 18 05
janina.wellmann@unibas.ch

Janina Wellmann promovierte am Max-Planck-Institut für Wissenschaftsgeschichte mit einer Cotutelle de Thèse an der TU Berlin und der EHESS Paris. Sie ist Privatdozentin an der TU Berlin und forschte als Juniordirektorin an der Forschungsgruppe „Medienkulturen der Computersimulation“ der Leuphana Universität Lüneburg, Harris Distinguished Visiting Professor in Dartmouth/NH, Hans Jonas Professor an der Universität Hamburg und zuletzt als Lehrstuhlvertretung für die Geschichte der Wissenschaften und Technologie an der Universität Wuppertal. Forschungsaufenthalte führten sie u.a. an das Remarque Institute und Center for Ballet and the Arts der NYU (2025), das Harvard Radcliffe Institute (2017-2018) und das Wissenschaftskolleg zu Berlin (2013-2014). Zu ihren Publikationen gehören Biological Motion. A History of Life (New York: Zone Books 2024) und The Form of Becoming. Embryology and the Epistemology of Rhythm, 1760-1830 (New York: Zone Books 2017) sowie Computer Simulation and the Life Sciences (ed., History and Philosophy of the Life Sciences 40/1, 2018) oder Cinematography, Seriality, and the Sciences (ed., Science in Context 24/3, 2011).

Janina Wellmann untersucht in ihrem NOMIS Projekt Grenzen aus und Grenzziehungen entlang biologischer Materialien, darunter Tierhäute, Kruste, Federn, Rinde oder Schale, ebenso wie künstlich hergestellte Oberflächen zur Nachahmung des Lebendigen und ökologische Grenzen. 

Solche lebendigen Grenzen wachsen und verfallen, entwickeln sich über Jahrmillionen im Zusammenspiel von Organismen und Umwelten, sie archivieren Zeiten und Räume und sind gleichwohl zeitlose dynamische Objekte eines unauflöslichen Miteinanders.

Ausgehend von der neueren Forschung zum Mikrobiom tierischer wie menschlicher Häute, widmet sich die Forschung der Verschiedenheit von lebendigen Grenzen und Häuten in ihrer gemeinsamen ökologischen Anlage. 

Das Projekt untersucht die vielfältigen Beziehungen, die Menschen zu lebendigen Grenzen aufnehmen. Es exploriert Vorstellung, Visualisierung und Modellierung lebendiger Grenzen; es kartiert die materiellen, wissenschaftlichen und ästhetischen Praktiken und Konzepte, die Grenzen eine lebendige Form geben. Methodisch setzt es an der Beobachtung an, dass die geisteswissenschaftliche Forschung, indem sie eine Grenze bei den Naturwissenschaften zieht, sich einem historischen und Darstellungsreichtum an Wissen entzieht, das lebendige Grenzen als Oberflächen und Strukturen denkt, auf denen sich Natur, Kultur und Technologie gegenseitig beständig neu konstituieren. Damit zielt es auf ein interdisziplinäres Verständnis von lebendigen Grenzen und Häuten, als einer ihrer bedeutendsten und vielfältigsten Form, als zugleich natürliche und kulturelle Ökosysteme.

 

Foto

Paola Pivi, Have you seen me before?, 2008, Museo d’Arte Moderna di Bologna. Pivis lebensgrosser Polarbär hat seine schneeweisse Farbe behalten, aber nicht mehr sein Fell, sondern ein neues Federkleid und fragt seine Betrachter: „Have you seen me before?“

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