Assistent / Doktorand
Musikwissenschaftliches Seminar
Petersgraben 27
4051 Basel
Schweiz
Sebastian Spieker studierte Musikwissenschaft und Deutsche Philologie an den Universitäten Bern und Basel und schloss sein Masterstudium 2025 mit einer Arbeit über Claude Debussy, Henri Bergson und den wagnérisme ab. Er war Hilfsassistent am Musikwissenschaftlichen Seminar und Stipendiat der Paul Sacher Stiftung. Seit 2026 schreibt er seine Dissertation im vom Schweizerischen Nationalfonds geförderten Projekt Imagining Landscape.
Landschaft hören. Landschaft als musikästhetisches Paradigma im deutschsprachigen frühen 19. Jahrhundert.
In den Jahrzehnten um 1800 wurde das Hören von Musik in zahlreichen kunst- und musikbezogenen Texten mit dem Betrachten von Landschaften verglichen. Der Vergleich artikuliert ein spezifisches Verständnis von Musik, demzufolge das Publikum etwa Sinfonien wie Landschaften durchwandert und sie mit individuellen Bildern und Erinnerungen ausstattet. Die Dissertation untersucht die Entwicklung und Bedeutung dieser Konzeption in Hinblick auf die Instrumentalmusik. Ausgehend von ihrer ersten Formulierung in kunstphilosophischen Traktaten (etwa bei Schiller, Fernow oder A. W. von Schlegel) wird ihre Anwendung in musikspezifischem Kontext (in Konzertkritiken und Komponisten-Tagebüchern) nachvollzogen. Darauf aufbauend sollen Analysen von orchestralen Konzertouvertüren mit programmatischem Landschaftsbezug zeigen, wie sich die Orientierung an Landschaften auf die formale Gestaltung von Kompositionen auswirkt.
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