Assistentin / Doktorandin
Rheinsprung 9/11
4051 Basel
Schweiz
Nan Xi ist Kuratorin, Autorin und seit 2026 Doktorandin bei eikones. Sie hat einen BA (2018) und einen MA (2022) in Kunst- und Bildgeschichte von der Humboldt-Universität zu Berlin und studierte Contemporary Art Theory (Visual Cultures) am Goldsmiths, University of London (2019–20). 2023–24 unterrichtete sie zwei Seminare, „Was ist Kritik“ und „Poetics of Opacity“, im BA-Studiengang Kulturwissenschaft an der HU. Vor ihrem Eintritt bei eikones war sie Assistenzkuratorin am CCA Berlin – Center for Contemporary Arts (2023–26), wo sie über ein Dutzend Projekte mitproduzierte, darunter Einzelausstellungen von Enzo Camacho & Ami Lien, Nazanin Noori, Rene Matić und Éric Baudelaire.
Meine Dissertation untersucht Möglichkeiten und Grenzen der Kritik an Race in der zeitgenössischen Kunst. Ausgehend von meiner MA-Arbeit zu Cameron Rowlands vertragsbasierten Werken kontextualisiere ich kritische Kunstpraxen des letzten Jahrzehnts (ca. 2015 bis heute) jenseits der kanonischen Institutionskritik – im Anschluss an Marina Vishmidts Begriff der „infrastructural critique“, der sich den materiellen Bedingungen sozialer Reproduktion widmet. Im Zentrum stehen divergierende Praktiken von Künstler*innen wie Cameron Rowland, Candice Lin und Sondra Perry, verbunden durch eine gemeinsame Fragestellung: Wie erfassen sie Race durch eine historisch-materialistische Linse, und wie eignen sie rassifizierte Materie – durch rechtliche, biologische oder digitale Prozesse – für andere Zwecke an? Dieser Ansatz verschiebt den Fokus weg von Repräsentation als primärem Register, in dem Race in der zeitgenössischen Kunst verhandelt wird, und begreift diese als strukturierende Kraft von Kolonialismus und Kapitalismus, die in Materien, Infrastrukturen und Körpern wirkmächtig bleibt. Horizont dieser Arbeit ist eine infrastrukturelle Kritik des „racial capitalism“. Das theoretische Fundament bildet eine Rückkehr zur differenziellen Kategorie des Humanen – zu deren Persistenz und Anfechtungen. Zentral ist, was Denise Ferreira da Silva „difference without separability“ nennt: ein Modus der Relationalität, den Kunst lesbar macht, und damit eine im Entstehen begriffene Theorie des Bildes durch die Materie von Race.
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